Zeitalter der Gegensätze
Noch suchen wir, die diese eigentlich paradiesische Welt aus dem Chaos zu erlösen suchen, nach Schuldigen und Tätern. Viele glauben diese in den Reihen der Politiker, der Industrie- und Finanzbosse und der Geheimdienste und Geschäftemacher gefunden zu haben.
Tatsächlich deutet einiges darauf hin, dass dort – im Zusammenspiel und hierarchisch – die Fäden für Kriege, Krisen und Katastrophen gezogen werden.
Das ist die Perspektive, die sich von der Oberfläche der Dinge bietet. Da werden Individuen und Gruppierungen sichtbar, die irgendetwas Absichtsvolles tun. Und da werden noch viel mehr Individuen und noch viel größere Gruppierungen sichtbar, mit denen etwas geschieht und die etwas zu erleiden haben.
Geht man unter die Oberfläche in die Tiefe, kann man dort etwas kollektives Unbewusstes finden. Dort wird Individuelles vollkommen unwichtig. Es verschwimmt zu einer Strömung, an der alle Individuen als ein Ganzes teilhaben.
Für eine sehr lange Zeit der Menschheitsgeschichte war diese Strömung eher homogen. Das heißt, alle Individuen gingen in die selbe Richtung und teilten einen sehr ähnlichen Stand von Bewusstsein. Die guten und die schlechten Eigenschaften waren sehr gleichmäßig verteilt. Die Suche nach Glück im Materiellen durch Erfolg, Macht und Besitz beherrschte das kollektive Unterbewusste. Kaum ein Individuum konnte sich dieser kollektiven Strömung entziehen.
Die “Schwingungserhöhung”, die unsere Erde erfährt, führte augenscheinlich zu einer “Störung” der kollektiven Strömung. Vielleicht ist es, banal gesagt, wie mit Milch, die sich durch äußere Einflüsse in ihre Bestandteile Fett und Wasser trennt. So beginnt sich das menschliche Kollektiv in eine intuitive und in eine rationale Strömung zu trennen. Das Intuitive, das sich den inneren Werten, der Liebe und der Ganzheit verbunden fühlt, steht dem Rationalen gegenüber, das den äußeren Werten, dem Kalkül, der Angst und der Fragmentierung der Dinge zugeordnet werden kann.
Natürlich hat jedes Individuum beide Teile in sich, die sich gegenseitig beeinflussen. Durch die “Entmischung” der kollektiven Strömung im Unbewussten, beginnt sich auch an der Oberfläche eine Entmischung zu zeigen, die sich recht radikal offenbart. Gegensätze werden offensiver und unvereinbarer.
Unterstellt man eine Veränderung im kollektiven Unbewussten und unterstellt darüber hinaus, dass das selbstbestimmte Einzelwesen eine Vorstellung ist und vielmehr das Produkt des Kollektivs ist, dann wären Schuldzuweisungen an Individuen – an wen auch immer – absurd.
Schon immer war es so, dass zu Realität wurde, was Aufmerksamkeit und Fokus erhielt. Bewusstsein erschafft Dinge und Verhältnisse. Wie sollte sonst diese ursprünglich wundervolle Welt, die in ihrer Grundsubstanz Liebe ist, entstanden sein, wenn nicht Bewusstsein vom Anbeginn aller Zeit der Architekt war?
Es sollte nicht wundern, dass sich uns an der Oberfläche heute Verhältnisse zeigen, welche die Handschrift einer starr fokussierten Rationalität tragen, die das menschliche Kollektiv seit Jahrtausenden immer mehr beherrschte.
Durch die augenblickliche “Entmischung” konnte sich das Intuitive neu formieren und den Fokus der Individuen an sich ziehen.
Bildlich gesehen stehen sich Rationalität, in Verbindung mit Angst, Machtwillen und Festhalten und Intuitives, in Verbindung mit Liebe, Vertrauen und Erneuerung, gegenüber. Beide Strömungen finden Affinitäten zu entsprechenden Individuen und Gruppierungen.
Klar sollte sein, dass es um eine Neuordnung der Strömungen geht. Nicht die Individuen, die an der Oberfläche die eine oder die andere Strömungsrichtung repräsentieren, sind “Schuldige” oder “Gute”!
Entscheidend ist der Fokus. Welcher Strömung gebe ich Aufmerksamkeit? Was möchte ich stärken? Was soll sich manifestieren?
Das jeweils Andere zu bekämpfen und ihm dadurch Kraft zu geben, ist ein Muster aus alter Zeit und gehört zum streng Rationalen, das uns durch seine Überbetonung und unsere mangelnde Klarheit blind und alternativlos gemacht hat.
Es ist jetzt alles so, wie wir es mit unser aller Aufmerksamkeit kreiert haben.
Nein, die Welt ist nicht böse. Es sind unsere unbewussten Anteile, die wir da draußen sehen.