Konsum und Verantwortung

Ich bin nicht grundsätzlich gegen Fleischverzehr und ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen das Autofahren. Genausowenig bin ich grundsätzlich gegen das Fernsehen. Ich habe nichts Grundsätzliches dagegen, auch wenn ich diese drei Konsumbereiche für mich selbst boykottiere.

Der Grund dafür ist, dass mir das “Wie” wichtiger ist, als das “Was”.

Was das bedeutet?

Ganz einfach: Die Umstände, unter denen Fleisch in Massentierhaltung “produziert” wird, erfüllen eine ganze Reihe von Straftatbeständen gegen Menschen und Tiere. Die Profiteure der Produktionsumstände sind bekanntermaßen die Fleischindustrie selbst, als auch in großem Stil die Pharmaindustrie. Die Leidtragenden sind vor allem Menschen in der “Dritten Welt”, die den Bedarf an Futtermitteln für unsere Masttiere mit Hunger und Armut bezahlen. Leid ertragen muss auch unsere Umwelt, da Weideflächen Wälder reduzieren und Methangase das Klima negativ beeinflussen.

Leidtragende sind aber auch wir selbst, weil wir die Ursachen für globales Ungleichgewicht selbst immer mehr zu spüren bekommen (Flüchtlinge, soziale Unruhen, Verstärkung der Klimaveränderung).

Was das Autofahren betrifft, so erzwingt es die Erschließung neuer Ölquellen mit immer riskanteren und kostspieligeren Methoden und es erzwingt die feindliche Übernahme bestehender Quellen. Die Kriege in Irak, Afghanistan (geplante Ölpipelines und Stützpunkt zur Einkreisung Irans) und der anhaltende Konflikt mit Iran, um Vorwände für einen Angriff zu finden, sind bekannte Beispiele.

Wer weiß, ob nicht die (möglicherweise von außen geplante und unterstützte) blutige Revolution in Libyen auch nicht nur ein Schritt ist, um letztlich den Zugriff auf die noch bestehenden Ölvorräte zu bekommen?

Der Begriff  “Kein Blut für Öl!”, dürfte jedem aus der Zeit des beginnenden Irakkrieges bekannt sein.

Ebenso muss man das “Fernsehen” sehr kritisch betrachten. Es bildet Meinungen und erzeugt Stimmungen im Land. Vieles von dem was gezeigt wird, dient den Interessen derer, die Macht und Geld genug haben, um die Inhalte der Sendungen zu bestimmen. Fernsehen ist ein höchst gefährliches,  politisches Werkzeug.

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