Verweigere dich!
Verweigern? Gegen wen?
Die Geschichte ist gespickt von Beispielen, die vom Zerren um die Macht erzählen.
Es mag unnötig sein zu erklären, dass diejenigen, die nach Macht streben, die eigentlich Hilfsbedürftigen sind. Sie sind geplagt von der Angst um Bedeutung, Ansehen, Sicherheit, Wohlstand und auch von der Angst aus ihrer persönlichen Geschichte.
Es mag ebenso entbehrlich sein zu erklären, dass Machtstreben Kollaborateure braucht.
Immer wenn es um Macht ging, gab es ein Heer aus Kollaborateuren, die sich bis zur persönlichen Abhängigkeit locken, einschüchtern und überreden ließen, einer Sache zu dienen. Immer gab es ein Heer aus Passiven, die durch Nichtstun, Nichtwissen und Verblendung zu Kollaborateuren der zweiten Reihe wurden.
Immer gab es in der Geschichte Menschen, die eine Konzentration von Macht verhindern wollten, weil sie deren Mittel der Unterdrückung, der Ausbeutung und der Unfreiheit nicht akzeptieren wollten.
Immer gab es Menschen, die lieber ihr Leben opferten, als sich der Macht zu beugen.
Aber Macht kann auch ein anderes Gesicht haben. Es muss nicht die angstverzerrten Züge der Strukturen tragen, die Hierarchien aus Herren und Dienern erzeugen.
Diese andere Macht ist ein schlafender Riese, der sich bisher durch Zuckerstückchen ablenken und zu Untätigkeit und zu Desinteresse verleiten ließ. Der schlafende Riese ist das Heer der Kollaborateure der zweiten Reihe, die zwar nicht aktiv den ängstlichen Herren auf den Thron helfen, ihnen aber durch ihre Trägheit und Blauäugigkeit den Weg freihalten.
Ganz sicher ist der Riese dabei, zu Bewusstsein zu kommen. Aber er wird nicht die Fehler der Freiheitskämpfer aus der Vergangenheit wiederholen und sich blindwütig verhalten. Er wird sich einfach den Lockmitteln verweigern und beharrlich seine eigenen, neuen Wege gehen, anstatt untätig und träge in der Enge der Angst zu dämmern. Er wird sich denen anschließen, die mit ganzem Herzen der Liebe zu folgen, und jeden Tag mehr Vertraute hinter sich versammeln.